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  • AutorenbildDr. Christian Gahrmann

Was wir von Märchen fürs Storytelling lernen können

Geschichten vermitteln Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Zugehörigkeit. Geschichten bleiben im Gedächtnis. Manche Geschichten – wie die Ur-Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi – erzählen wir Menschen uns über Tausende von Jahren weiter. Deswegen gibt es auch im Fundraising keine stärkere Sprache als die Sprache von Geschichten.


Die ältesten Geschichten der Menschheit aber sind keine christlichen Geschichten. Es sind die Geschichten unserer Kindheit, die Märchen. Die ersten Märchen sind über 6.000 Jahre alt. Offenbar haben sie einen besonderen Zauber, eine besondere Wirkung auf uns Menschen.


Und das hat einen Grund: Denn jedes Märchen spielt auf einer sichtbaren, bewussten Ebene, aber auch auf einer versteckten, unterbewussten Ebene. Märchen sind Ausdruck des kollektiven Unterbewussten. Sie sprechen das Unterbewusstsein der Lesenden direkt an. So beschreibt etwa das Märchen von Aschenputtel die Entdeckung der Schönheit der eigenen Seele vor dem Hintergrund einer oberflächlichen, feindlichen Umwelt.


Wenn man jetzt noch weiß, dass wir Menschen unsere Entscheidungen zu 90 Prozent aus dem Unterbewusstsein fällen, dann wird die Verbindung zwischen Märchen und Fundraising klar: Je mehr Elemente eines Märchens wir in unseren Geschichten haben, desto stärker sprechen wir das Unterbewusstsein der Lesenden an und desto eher wird er oder sie sich zu einer Spende entschließen.


Was sind typische Elemente von Märchen?

  • In Märchen stehen sich oft Gut und Böse gegenüber. Ein guter Mensch kommt in eine schwierige Situation, überwindet sie und erhält eine Belohnung. Vielfach stehen den Held*innen Freund*innen und Helfende zur Seite.

  • Märchen werden in einer einfachen Sprache, die auch Kinder verstehen können, erzählt. Es gibt keine Fremdworte. Dafür werden wichtige Sätze im Laufe der Geschichte wiederholt. Märchen lassen der Vorstellungskraft des Lesers bzw. der Leserin einen großen Raum.

  • Symbole spielen eine große Rolle in Märchen. Etwa symbolhafte Zahlen („die sieben Zwerge“), symbolhafte Figuren („der böse Wolf“) oder symbolhafte Gegenstände (goldene Kugel, Spiegel).

Mein Tipp: Bauen Sie eins, zwei oder drei Elemente von Märchen in Ihre Geschichten ein. Und lesen Sie selbst einmal wieder ein Märchen – aus „Tausend und einer Nacht“, von den Gebrüdern Grimm oder Hans-Christian Andersen.



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